Deep O.C.E.A.N. vs. CliftonStrengths: Unterschiedliche Perspektiven – gemeinsames Ziel
- Jan Kleinig

- 23. Apr. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 19. Aug. 2025
Wenn es um Persönlichkeitsentwicklung und Potenzialentfaltung geht, führen viele Wege nach Rom – oder zumindest zur Selbsterkenntnis. Zwei beliebte Tools, die dabei häufig zum Einsatz kommen, sind das Deep O.C.E.A.N.-Modell und der CliftonStrengths (ehemals StrengthsFinder). Beide verfolgen das Ziel, Menschen ein besseres Verständnis ihrer eigenen Stärken, Verhaltensweisen und Potenziale zu vermitteln – und doch unterscheiden sie sich grundlegend in ihrem Ansatz. Gleichzeitig lassen sie sich hervorragend miteinander kombinieren. In diesem Artikel erfährst du, wie sich die beiden Modelle voneinander abgrenzen – und wie sie sich gegenseitig ergänzen.
Was ist Deep O.C.E.A.N.?
Deep O.C.E.A.N. ist eine wissenschaftlich fundierte Weiterentwicklung des bekannten Big Five Persönlichkeitsmodells. Die fünf zentralen Persönlichkeitsdimensionen sind:
Openness (Offenheit für neue Erfahrungen)
Conscientiousness (Gewissenhaftigkeit)
Extraversion (Extraversion)
Agreeableness (Verträglichkeit)
Neuroticism (Emotionale Reagibilität)
Deep O.C.E.A.N. geht tiefer: Jede Dimension ist in zwei Facetten aufgeteilt, was eine differenzierte Analyse ermöglicht. Es geht dabei nicht um Bewertung, sondern um das wertfreie Verstehen individueller Persönlichkeitsmuster. Das Modell betrachtet Persönlichkeit als stabile Grundstruktur, die das Verhalten über verschiedene Situationen hinweg beeinflusst – und sich nur sehr langsam verändert.
Was ist der CliftonStrengths (StrengthsFinder)?
Der CliftonStrengths von Gallup ist ein Tool zur Stärkenidentifikation. Anhand eines Fragebogens werden aus insgesamt 34 Talentthemen die individuellen „Top 5“ oder sogar das gesamte Stärkenprofil ermittelt. Dazu gehören Themen wie:
Strategic
Learner
Achiever
Empathy
Command
CliftonStrengths zielt darauf ab, die natürlichen Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster einer Person zu identifizieren, die bei bewusster Entwicklung zu echten Stärken werden können. Im Zentrum steht die Förderung von Leistungsfähigkeit durch gezielten Fokus auf das, was jemand besonders gut kann – statt auf Defizite.
Unterschiede im Überblick
Aspekt | Deep O.C.E.A.N. | CliftonStrengths |
Theorie-Basis | Big Five Persönlichkeitspsychologie | Gallup-Forschung zu Talenten & Stärken |
Zielsetzung | Verständnis von Persönlichkeit | Aktivierung individueller Stärken |
Stabilität | Relativ stabil (über Lebensspanne) | Veränderbar und entwickelbar |
Fokus | Persönlichkeit & Verhaltensmuster | Talente, Potenziale & Leistung |
Wertungsfrei? | Ja – rein beschreibend | Eher ja – aber Fokus auf "Stärken" |
Typisierung? | Nein (kontinuierliches Profil) | Ja (Top-Talentthemen) |
Wie sich Deep O.C.E.A.N. und CliftonStrengths ergänzen
Trotz ihrer Unterschiede verfolgen beide Modelle ein ähnliches Ziel: Menschen darin zu unterstützen, sich selbst besser zu verstehen und gezielter zu entwickeln. Ihre Kombination eröffnet neue Perspektiven:
Deep O.C.E.A.N. zeigt das Warum hinter dem Verhalten – es erklärt, warum Menschen bestimmte Dinge tun oder meiden.
CliftonStrengths zeigt das Wie zur Performance – es fokussiert darauf, welche Fähigkeiten Menschen nutzen können, um wirksam zu werden.
Beispiel:
Eine Person mit hoher Gewissenhaftigkeit im Deep O.C.E.A.N.-Modell wird wahrscheinlich eine Stärke wie Achiever oder Discipline im CliftonStrengths-Profil zeigen. Aber: Eine andere Person mit derselben Stärke Achiever könnte aus einem ganz anderen Persönlichkeitsprofil heraus handeln – etwa mit niedriger Verträglichkeit und starker Konkurrenzorientierung.
Die Stärke ist die sichtbare Handlung – die Persönlichkeit erklärt den inneren Antrieb.
Fazit: Mehrdimensionale Selbsterkenntnis
Wer Deep O.C.E.A.N. mit CliftonStrengths kombiniert, erhält ein sehr ganzheitliches Bild:
Was ist meine Persönlichkeit? → Deep O.C.E.A.N.
Welche meiner Talente kann ich gezielt zur Stärke machen? → CliftonStrengths
Warum reagiere ich so, wie ich reagiere? → Deep O.C.E.A.N.
Wie setze ich mein Potenzial am besten ein? → CliftonStrengths
Gerade im Coaching, in der Führungskräfteentwicklung oder im Recruiting liefert die Kombination beider Ansätze ein differenziertes, praxisnahes und wirkungsvolles Entwicklungsinstrument – wissenschaftlich fundiert und individuell einsetzbar.

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In meinen Coachings nutze ich Deep O.C.E.A.N. als Grundlage für nachhaltige Persönlichkeitsentwicklung – auf Wunsch auch kombiniert mit CliftonStrengths, hier arbeite ich sehr gerne mit Marc Borst als zertifiziertem Stärken-Coach zusammen, mit dem ich die Inhalte dieses Artikels auch diskutiert habe. Weitere Infos zu ihm finden Ihr in seinem LinkedIn-Profil oder seiner Homepage unter https://www.marc-borst-coaching.de/.
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